Saumhandel:

Der Saumhandel über den Felbertauern bildete die Basis für die wirtschaftliche Entwicklung von Mittersill als Handels und Verkehrsknotenpunkt. So entwickelte sich der Ort von einer Säumerstation zu einem Markt und in weiterer Folge zu einer Stadt. Die Säumerei hat eine jahrhundertalte Tradition und trägt zur Identität der Tauernregion bei.

 Geschichte:

Der Felbertauern ist ein seit prähistorischer Zeit genutzter Übergang am Alpenhauptkamm zwischen Mittersill und Matrei in Osttirol. Aufgrund der geringen Passhöhe von 2.481 m wurde er schon in der Jungstein-, Bronze- und Römerzeit als einer der stärksten benutzten Alpenübergänge begangen. Die Tauernübergänge spielten für die wirtschaftliche Entwicklung Salzburgs im Mittelalter eine wichtige Rolle. Auf den Tauernübergängen war im gesamten Mittelalter kein Wagenverkehr, sondern nur Saumverkehr. Die Säumerei war ein wichtiger bäuerlicher Nebenerwerb, es profitierten auch die Orte Windisch-Matrei und Mittersill. Wichtigstes Handelsgut von Norden war Salz, von Süden „Venedigerware“ (Samt, Seide, Gewürze, Südfrüchte, Tabak) und insbesondere Wein. Es zogen Karawanen von 20 – 30 Pferden über den Tauern. Es schlossen sich Kaufleute, Weber, Handwerker, Jäterinnen, Postboten an. Auch Vieh wurde in größeren Partien getrieben.

Der Name Säumer leitet sich von der Bezeichnung Saum ab. Als Saum wurde die Menge an Gütern bezeichnet, die ein Tragetier transportieren konnte. Ein Roßsaum waren drei Zentner á 56 kg = 168 kg. Als Tragtiere wurden Pinzgauer Noriker. Jedes Roß hatte zwei Lageln (längere Fäßer, vom lateinischen „lagena“ = Flasche) Wein oder Branntwein aufgeladen, die beiderseits am Saumsattel hingen. Aber auch andere Waren wurden aufgepackt wie z.B. Zirbenschüsseln, Decken, Golter, Teppiche aus Defereggen. Für den Salztransport wurde das Ross mit zwei Salzstöcken beladen, die Fuder genannt wurden. Im Schnitt legten die Saumrosse täglich etwa 35 km zurück. Durch den Ausbau der Saumwege auf niedrigeren Pässen zu Straßen und neuer geopolitischer Ordnungen kam der Saumverkehr zum Erliegen und hatte nur mehr regionale und lokale Bedeutung. Die Hohen Tauern stellen nicht nur Trennendes, sondern immer auch Verbindendes dar. Der Austausch zwischen Nord und Süd bildete die Grundlage für die wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung in Mitteleuropa. Speziell Mittersill hat von dieser Verbindung über den Felbertauern im Laufe der Geschichte stets profitiert und konnte sich damit zu einem wirtschaftlichen und kulturellen Zentrum entwickeln.

Kontakt:

Barbara Loferer-Lainer Msc

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