Wallfahrt über den Tauern

Über den Felber Tauern führt ein, seit der Steinzeit begangener Alpenübergang zwischen Mittersill im Pinzgau und Matrei in Osttirol. Die geringe Passhöhe wurde schon von den Kelten und Römern erkannt und war der am stärksten benutzte Übergang, wenn auch noch ohne gebautem Weg, sondern lediglich als Saumpfad begehbar. Dieser Alpenübergang wurde dann von Säumern auf dem Weg nach Italien benutzt. Die stärkste Begehung fand zwischen Juni und Oktober statt. Im Winter war meist gesperrt, wurde aber zumindest zeitweise, je nach Wetter- und Schneelage auch im Winter begangen. An der Nordseite des Felber Tauern befanden sich vier Tauernhäuser. Die Tauernwirte markierten den Weg mit Schneestangen. Samer und Handwerker zogen dann stets in Gruppen über den Tauern und konnten sich an den Stangen orientieren. Trotzdem verkünden zahlreiche Kreuze und Marterln von Todesfällen durch Steinschlag, Lawinen oder auch Erschöpfungstod.

Jährlich am letzten Mittwoch im Juli startet die Wallfahrt

Auf Initiative der Felbertauernsamer findet jährlich vom letzten Mittwoch auf Donnerstag im Juli diese Hochgebirgs-Wallfahrt als Dankeswallfahrt für sichere Alpenüberquerungen sei es zu Fuß, mit der Bahn, mit PKW`s oder LKW`s statt. Die Dauer der Wallfahrt beträgt 1,5 Tage. Die Wallfahrer treffen sich entweder am Mittwoch den 26.07.2017 um 13:00 Uhr (Shuttlebus) beim Parkplatz Nationalparkzentrum in Mittersill oder um 14.00 Uhr (Selbstanreise) beim Matreier Tauernhaus (1.512 m). Beim Tauernhaus vor der Kapelle wird um 14.00 Uhr eine kurze Begrüßung und Information zur Wallfahrt stattfinden. Anschließend geht es auf den Spuren der Säumer zum ersten spirituellen Impuls beim Zirbenkreuz (1.984m), welches an einen im Sommer 1879 verünglückten Viehtrieb erinnert. Dort hat man einen grandiosen Ausblick auf das Gschlößtal und den vergletscherten Großvenediger (3. 666 m). Ein mit Schafen beweidetes Trogtal entlang des Tauernbaches bildet die Hintergrundkulisse bis zum 2. spirituellen Impuls, bei der Weggabelung Alter und Neuer Tauern, der sich nur eine halbe Stunde von der St. Pöltner Hütte (2.481 m) am Scheitelpunkt Tauerntal-Felbertal befindet. Dort findet nach einer kleinen Stärkung und dem Zimmer- bzw. Lagerbezug um 19:00 Uhr beim Tauernkreuz ein Abendlob statt. Das Tauernkreuz und der Glockenturm mahnen an die Opfer der Berge bzw. der Weltkriege.

Am nächsten Morgen starten wir nach einer gemeinsamen Morgenandacht beim Tauernkreuz um 06:00 Uhr. Der Abstieg erstreckt sich entlang eines musterhaft von Eiszeitgletschern geformten Hochtroges mit beeindruckenden Karseen ins Nassfeld. Anschließend führt der alte Saumweg weiter ins Trudental, wo beim Marterl am sogenannten Weinbrunn kurz innegehalten wird. Von dort führt der Weg hinunter zum malerischen Hintersee (1.313 m), welcher im Jahre 1495 von einem riesigen Bergsturz aufgestaut wurde. Weiter geht es entlang des alten Saumweges zum sehenswerten Tauernhaus Spital (1.170 m). Bei der Kapelle wird der 4. spirituelle Impuls abgehalten. Nach einer ausgiebigen Rast führt uns der Weg bis zum Ölberg am Ortseingang von Mittersill. Anschließend marschieren die Wallfahrer gemeinsam zur Felberkirche, die dem hl. Nikolaus, dem Patron der Händler und Kaufleute, Reisenden und Pilgern geweiht ist. Eine Dankesmesse bildet den Abschluss der Wallfahrt sowie ein anschließendes Fest beim Felbertrummuseum. 

ANMELDUNGEN UNTER:

Barbara Loferer-Lainer Msc

Tel.:+43(0)6642010845

E-Mail:loferer@sbg.at